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Jamaika in der Heimbürokantine: Callaloo

Callaloo Rezept aus dem Buch Jamaika

Unser zweiter Ausflug führte uns in der letzten #heimbürokantine nach Jamaika. Für dieses Schmorgericht wird Grünkohl *hexhex* karibisch!

Wer direkt seinen Einkaufszettel schreiben möchte, hier geht’s zum Rezept.

Alter Schwede!

Diesen tieffliegende Wortwitz möge man mir einmal verzeihen. Aber nachdem Wibke ja schon beim Roquefort kurz eskalierte, darf das bei diesem wunderbaren neuen Buch des jamaikanischen Anglo-Schweden Kristian Smith auch drin sein. Er ist der Autor des zweiten neuen Kochbuchs, das im März bei uns erschienen ist. Im Original verlegt von Natur & Kultur, einem ziemlich coolen Verlag aus Schweden. Wir sind schon seit vielen Jahren gute Partner für außergewöhnliche Bücher wie z.B. Texas BBQ oder Japanisch Grillen. Und auch mit diesem Titel bewegen wir uns wieder in der Grill-Ecke. Denn das Jerk aus Jamaika ist weltberühmt! Und nein, es hat definitiv und auch wirklich gar nichts mit der bekannten Serie mit Christian Ulmen und  Fahri Yardim zu tun.

Der Geschmack von Rauch und Feuer

»Jerk ist mehr als ein Rezept oder eine Gewürzmischung – es ist eine Zubereitungsart.« schreibt Smith im Buch. Die jamaikanische Küche und auch das Grillen hat ihn schon immer fasziniert. »Zu meinen ersten Erinnerungen gehört der Rauch vom Ölfassgrill. Jedes Mal, wenn der Grill geöffnet wurde, quoll eine Wolke aromatischen Rauches aus ihm heraus.«

Man verwendet beim Jerk-Grillen Dry oder Wet Jerk, also eine trockene Gewürzmischung oder eine Würzsauce, vielleicht kennt ihr das auch vom amerikanischen BBQ. Indirekte Hitze zum Smoken und etwa drei Stunden bei 110–120 °C – das Schlussheizen mit direkter Hitze wird hier im Vergleich zum BBQ ausgelassen. Soviel zum Jerk-Grillen im Schnelldurchlauf.

Und außer Fleisch?

Die jamaikanische Küche bietet aber außer den Fleischgerichten zum Grillen, als Eintopf oder frittiert, und viel Fisch auch jede Menge Vegetarisches. Die Gerichte im Buch sind dann entweder als Hauptgerichte oder auch Beilagen gedacht. Wir haben uns beim Live-Kochen in der Heimbürokantine einem Schmorgericht gewidmet, dem Callaloo. Im Original wird es aus den Blättern der Taro-Pflanze (eine Art Kartoffelersatz) zubereitet, für die europäische Version hat der Autor eine Mischung aus Grünkohl und Spinat gewählt. Die typische karibische Schärfe darf aber nicht fehlen und so bekommt das Grüngemüse mit der Scotch Bonnet Chili richtig schon Dampf!

Die ganze Kocherei, das muntere Gequatsche und die zensierten Anekdoten könnt ihr wie immer auf unserem Instagram-Kanal nachschauen.

Rezept

Callalo

Callaloo ist ein Schmorgericht aus Blattgemüse. Im Original verwendet man dafür die Blätter der Taro-, Tannia- (Malanga) oder Eddo-Pflanze, von denen man hierzulande – wenn überhaupt – nur die knollenförmigen Rhizome* bekommt. Ich verarbeite daher eine Mischung aus Spinat und Grünkohl. Callaloo ist ein eigenständiges Gericht, dient aber auch als Beilage (4 Portionen).
Vorbereitungszeit15 Min.
Zubereitungszeit10 Min.
Gericht: Beilage, Hauptgericht, Schmorgericht
Land & Region: Jamaika, Karibik
Keyword: Chili, Grünkohl, Schmoren, veggie
Portionen: 2 Portionen
Autor: Kristian Smith

Zutaten

  • 1 Zwiebel klein, geschält und klein gehackt
  • 2 Knoblauchzehen geschält und fein geschnitten
  • 2 Frühlingszwiebeln  geputzt und in Ringe geschnitten
  • 2 Zweige Thymian
  • 1 Eiertomate Strunk entfernt, klein gewürfelt
  • 1 Scotch Bonnet Chili oder Habanero Stiel entfernt, fein gehackt
  • Olivenöl zum Braten
  • 200 g Spinat ohne Stängel gewaschen und in mundgerechte Stücke zerpflückt
  • 200 g Grünkohl ohne Stängel gewaschen und in mundgerechte Stücke zerpflückt
  • 2 EL Wasser
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer frisch gemahlen

Anleitungen

  • Zwiebel, Knoblauch, Frühlingszwiebeln, Thymian, Tomate und Chili in einem großen Topf in Olivenöl anbraten, bis die Zwiebel glasig ist.
  • Spinat, Grünkohl und Wasser hinzufügen. Bei geringer Hitze fünf bis zehn Minuten abgedeckt schmoren, bis die Gemüse gar sind. 
  • Mit Salz und Pfeffer abschmecken und servieren.

Notizen

Anmerkung:
Taro gelangte über westafrikanische Sklaven in die Karibik. Ihr knollenförmiges Rhizom ist stärkehaltig, schmeckt nussig süßlich und kann ähnlich wie Kartoffeln verwendet werden. Zur gleichen Pflanzenfamilie gehören Tannia (auch Malanga genannt) und Eddo, deren stärkehaltige Rhizome ebenfalls als Kartoffelersatz genutzt werden können. Tannia schmeckt erdig-nussig, das Eddo-Fleisch ist etwas glitschig, schmeckt aber ähnlich wie das der Taro. Alle drei müssen gegart und dürfen nicht roh verzehrt werden. Ihre jungen Blätter und Blattstiele werden gerne als Gemüse verwendet.
Alternativ nimmt man Spinat und Grünkohl gemischt, aber auch Stielmus, Stängelkohl oder Mangold sind möglich.

Viel Spaß beim Ausprobieren und lasst es euch schmecken!

Jule in Action auf den BuchwochenJule ist Autorin dieses Artikels, sie ist Co-Verlegerin im Hädecke Verlag.

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