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Kochen in der Heimbürokantine: Lamm-Tajine mit Pflaumen und Aprikosen

Die Inspiration zum Rezept der Woche kam vom orientalischen Januar-Termin in der #heimbürokantine. Und beim örtlichen Händler des Vertrauens fragte man bereits danach, denn Tajine hat in den kalten Monaten Saison!

Wer direkt seinen Einkaufszettel schreiben möchte, hier geht’s zum Rezept.

Und immer wieder Tajine

Man könnte ja meinen, Wibke und ich hätten passend und mit voller Absicht zum Murmeltiertag ein Tajine-Rezept rausgeholt. Aber die Geschichte begann eher mit dem munteren Austausch über Signal  im Vorfeld, denn Wibke schwärmte von den tollen Orangen, die es im Moment gibt. Und tatsächlich: So fruchtig und saftig wie jetzt bekommt man sie kaum im Lauf des Jahres. Also flux im Hädecke-Bestseller der orientalischen Küche geblättert und zwei passende Rezepte für den Insta-Live-Abend rausgesucht. Den tollen Orangensalat mit Radieschen und Oliven findet ihr hier.

Lamm, Rind, vegetarisch?

Doppelte Punktzahl hätte es zum Abschluss des Veganuary sicherlich mit einer vegetarischen Variante gegeben, vor allem weil Wibke und ich derzeit nur noch sehr selten Fleisch essen, wie wir im Vorgespräch feststellten. Wer also auf der Suche nach einem passenden fleischlosen Rezept aus der Tajine ist, bitte hier entlang.

Wir entschieden uns dann für eine klassische Lamm-Tajine, die ich allerdings mit Rindfleisch zubereitet habe (das gab es zum Glück wenigstens in Bio-Qualität, ich habe hierfür klassisches Gulasch-Fleisch verwendet). Wibke war bei ihrem türkischen Supermarkt vor Ort leicht in Kaufrausch geraten und hat das Rezept nach Originalvorgaben gekocht… naja, fast. Aber dazu gleich mehr.

Röstaromen und köstlicher Duft

Bei der Zubereitung der Tajine sind zwei Dinge besonders hilfreich: Zeit (und diese auch im Blick zu behalten) und gute Zutaten, gerade bei den Gewürzen, damit der Geschmack sich durch das schonende Garen richtig toll entfalten kann. Meine „Geheimwaffe“ bei unserer Koch-Session war lokal angebauter Koriander! Den bekommt man bei uns beim Weil der Städter Hechtbräu. Dort bietet man neben Produkten aus Hopfen, Linsen und vielem mehr inzwischen auch Koriandersamen an. Eine Wucht!

Auch bei Wibke duftete es herrlich in der gesamten Wohnung – nur irgendwann ein wenig zu sehr nach Röstaromen. ;) Aber sie konnte das Gericht mit Bravour und einer weiteren Gemüsezugabe retten und war vom Geschmack begeistert! Gebt eurer Tajine also ein wenig Zeit aber behaltet den Flüssigkeitshaushalt im Auge (auch bei euch).

Wer die gesamte Geschichte dazu hören will und wissen möchte, wie das eigentlich ist mit dem Couscous, hier geht’s zu unserem Instagram-Kanal. Und nun zum…

Rezept

Callalo

Callaloo ist ein Schmorgericht aus Blattgemüse. Im Original verwendet man dafür die Blätter der Taro-, Tannia- (Malanga) oder Eddo-Pflanze, von denen man hierzulande – wenn überhaupt – nur die knollenförmigen Rhizome* bekommt. Ich verarbeite daher eine Mischung aus Spinat und Grünkohl. Callaloo ist ein eigenständiges Gericht, dient aber auch als Beilage (4 Portionen).
Vorbereitungszeit15 Min.
Zubereitungszeit10 Min.
Gericht: Beilage, Hauptgericht, Schmorgericht
Land & Region: Jamaika, Karibik
Keyword: Chili, Grünkohl, Schmoren, veggie
Portionen: 2 Portionen
Autor: Kristian Smith

Zutaten

  • 1 Zwiebel klein, geschält und klein gehackt
  • 2 Knoblauchzehen geschält und fein geschnitten
  • 2 Frühlingszwiebeln  geputzt und in Ringe geschnitten
  • 2 Zweige Thymian
  • 1 Eiertomate Strunk entfernt, klein gewürfelt
  • 1 Scotch Bonnet Chili oder Habanero Stiel entfernt, fein gehackt
  • Olivenöl zum Braten
  • 200 g Spinat ohne Stängel gewaschen und in mundgerechte Stücke zerpflückt
  • 200 g Grünkohl ohne Stängel gewaschen und in mundgerechte Stücke zerpflückt
  • 2 EL Wasser
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer frisch gemahlen

Anleitungen

  • Zwiebel, Knoblauch, Frühlingszwiebeln, Thymian, Tomate und Chili in einem großen Topf in Olivenöl anbraten, bis die Zwiebel glasig ist.
  • Spinat, Grünkohl und Wasser hinzufügen. Bei geringer Hitze fünf bis zehn Minuten abgedeckt schmoren, bis die Gemüse gar sind. 
  • Mit Salz und Pfeffer abschmecken und servieren.

Notizen

Anmerkung:
Taro gelangte über westafrikanische Sklaven in die Karibik. Ihr knollenförmiges Rhizom ist stärkehaltig, schmeckt nussig süßlich und kann ähnlich wie Kartoffeln verwendet werden. Zur gleichen Pflanzenfamilie gehören Tannia (auch Malanga genannt) und Eddo, deren stärkehaltige Rhizome ebenfalls als Kartoffelersatz genutzt werden können. Tannia schmeckt erdig-nussig, das Eddo-Fleisch ist etwas glitschig, schmeckt aber ähnlich wie das der Taro. Alle drei müssen gegart und dürfen nicht roh verzehrt werden. Ihre jungen Blätter und Blattstiele werden gerne als Gemüse verwendet.
Alternativ nimmt man Spinat und Grünkohl gemischt, aber auch Stielmus, Stängelkohl oder Mangold sind möglich.

Viel Spaß beim Ausprobieren und lasst es euch schmecken!

Jule in Action auf den BuchwochenJule ist Autorin dieses Artikels, sie ist Co-Verlegerin im Hädecke Verlag.

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