Jeden Tag ein Buch · Teil 2 · Blogevent · Tag 3

Jeden Tag ein Buch · Teil 2 · Blogevent · Tag 3

Schon haben wir Tag 3 von „Jeden Tag ein Buch“ und es sind schon einige Buchvorstellungen zusammengekommen. Die Übersicht zum gesamten Blogevent findet ihr bei Astrid auf dem Blog, nach dieser Woche müssen dann alle Quellen von den Organisatoren zusammengetragen werden und ich bin schon gespannt, welche Kreise die Idee dieses Mal gezogen hat – und wie lang wohl meine eigene neue Wunschliste an Genussbüchern wird. Die Ungeduldigen unter euch können natürlich auch schon auf Hashtag-Suche gehen (#jteb oder #jteb2 bei Facebook oder Twitter).

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Mein heutiges Genussbuch ist zur Abwechslung mal aus dem eigenen Haus und es dreht sich alles um die wunderbaren asiatischen kleinen Köstlichkeiten: Dim Sum. Passend zur Größe der Teigtäschchen & Co. ist das Buch in unserer quadratischen Reihe erschienen. Als eines der ersten, daher bekommt man es nur noch vereinzelt im Handel oder letzte Exemplare bei uns direkt. Die Rezepte sind allesamt leicht nachvollziehbar und kommen auch mit weniger Zutaten aus, als man das vielleicht bei dieser Art Küche vermuten könnte. Von Vorteil ist sicher, wenn ihr einen asiatischen Einkaufsmarkt in der Nähe habt. Je frischer die Zutaten, desto unwiderstehlicher werden euch die kleinen „Herzensfreuden“ schmecken, denn genau das bedeutet Dim Sum übersetzt.

Neben Teigtaschen mit Reis- oder Wan-Tan-Teig finden sich auch Grundrezepte für Saucen im Buch, Ideen für Salate (der Bohnensprossen-Erdnuss-Salat ist sehr zu empfehlen), Klebereis im Bananenblatt, Spießchen mit Huhn, Rind, Fisch oder Meeresfrüchten und auch Süßes, wie beispielsweise gedämpftes Birnen-Ingwer-Soufflé. Rund 50 Rezepte auf 64 Seiten zeigen einen Ausschnitt des asiatischen Fingerfood. Die Autorin beschränkt sich nicht nur auf China, sondern sie hält auch Häppchen aus Thailand, Vietnam, Malaysia und Japan bereit.

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Auch wenn es sich nur um Fingerfood handelt – man kann damit durchaus ein Abendessen bestreiten. Bei meinem letzten Dim-Sum-Abend hatte ich das Glück, mal wieder Gäste bekochen zu können. So konnte ich eine Auswahl an vier Dim Sums in entsprechender Menge vorbereiten und alle waren mehr als satt. Es blieb sogar noch etwas zum Einfrieren übrig. Für den Abend hatte ich süßsauer eingelegtes Gemüse vorbereitet, als Vorspeise Wan-Tan-Suppe und danach Klebereis im Bananenblatt mit Hühnerspießchen, Frühlingsrollen mit Fleisch, Tofu und Brokkoli und außerdem „Bodenhafter“ gefüllt mit Erdnüssen, Tofu und Gemüse (wobei ich den Daikon Rettich im Originalrezept durch eingelegten Rettich ersetzen musste, den gab es leider nicht frisch). Dazu gab es süßsaure Sesam- und Chilisauce und noch etwas Hoisin-Sauce, passend zu den darin eingelegten Hühnerspießen.
Schon ausprobiert habe ich vor längerer Zeit die Teigtaschen mit Erbsensprossen und Garnelen (hier kann man die Erbsensprossen auch gut mit Zuckerschoten ersetzen) – zum Reinlegen! Auch die knusprigen Wan Tans mit Chili-Rindfleisch sind sehr zu empfehlen. Etwas Übung kann bei den Reispapier-Röllchen mit Kräutertrio und Huhn nicht schaden, bei meinem ersten Versuch der vermeintlich einfachen Röllchen lag alles wieder schön auseinandergerollt auf dem Teller ;)

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Bei den übrigen Techniken helfen möglicherweise ein paar How-to-Videos im Netz, bei den Wan Tans und vor allem bei den Frühlingsrollen bekommt man das aber recht schnell raus. Es empfiehlt sich, die kleinen Häppchen in Ruhe auszuprobieren oder aber man bindet die Gäste gleich mit ein ins Rollen, Falten und Drücken. Wenn alle Zutaten vorbereitet sind dauert das zwar auch noch etwas, aber Dim Sum eignen sich hervorragend für Gruppenkochorgien. Hat auch ein klein wenig was von Plätzchenbacken.
Plant nach dem Zubereiten etwas Zeit zwischen den Gängen ein, Dämpfen geht zwar flott aber in die kleinen Steam Baskets gehen nicht soviele Dim Sums hinein wie hungrige Mäuler am Tisch sitzen ;)

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Kurz zurück zum Buch – anhand der oben erwähnten Rezepte kann man vielleicht erkennen, dass ich die asiatische Küche einfach fantastisch finde. Meditatives Schnibbeln und danach in netter Runde genießen klappt mit dim sum von Fiona Smith ganz hervorragend. Ich kann mich meist nicht entscheiden, was ich als nächstes ausprobieren möchte und erinnere mich bei jedem Durchblättern an den tollen Geschmack der einzelnen Häppchen. Alos ein echtes Genussbuch für Jeden Tag ein Buch.

Mein Liebling an dem oben erwähnten Abend war die Wan Tan Suppe, die auch jetzt gut zur kälteren Jahreszeit passt. Das Rezept gitb es heute zur Buchvorstellung dazu – lasst es euch schmecken!

Wan Tan-Suppe auf Salatstreifen

für 32 Porzellanlöffel

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Hühnerbrühe

250 g Hühnerfleisch (z.B. Flügel und Schenkel)
5 cm frischer Ingwer, geputzt und in Scheiben geschnitten
3 Knoblauchzehen
1 Zwiebel, halbiert
1 großer Bund (ca. 25 g) Petersilie oder Koriandergrün (was mir persönlich besser schmeckt!)
4 ganze Sternanis
Meersalz nach Geschmack

Wan Tans mit Schweinfleisch und Krabben

150 g Schweinefleisch, durchgedreht (kann man auch z.B. durch Kalbfleisch ersetzen)
6 Frühlinsgzwiebeln, klein gehackt
4 EL helle Sojasauce
150 g kleine, frische Garnelen, geschält und entdarmt
32 kleine Wan Tan-Hüllen (im Asiamarkt eingefroren erhältlich, es gibt verschiedene Größen. Üblich sind ca. 40 große (10 cm) oder 70 kleine (8 cm) Hüllen, übrige Teigplatten können wieder eingefroren werden)
1 kleines Salatherz, in Streifen geschnitten
  1. Alle Zutaten für die Brühe (außer Salz) in einen Topf geben. 2 Liter Wasser zugießen, zum Kochen bringen, die Hitze reduzieren und 45 Minuten köcheln lassen. Den Schaum entfernen, der an die Oberfläche tritt. Die Suppe durch ein Sieb gießen. Das Huhn entbeinen, Fleisch klein schneiden und wieder in die Brühe geben. Abschmecken.
  2. Für die Wan Tans das Schweinefleisch, Frühlingszwiebeln und Sojasauce in eine Schüssel geben. Die Garnelen halbieren oder dritteln, es sollen sich 32 gleich große Stücke ergeben.
  3. Die Ränder der Wan Tan-Hüllen mit Wasser befeuchten und 1 geäuften Teelöffel in die Mitte geben. Je 1 Garnelenstück darauf setzen. Die Teigränder über der Füllung zu einem Beutel zusammendrehen.
  4. Die Brühe zum Kochen bringen und die Wan Tans einlegen. 3–5 Minuten garen, bis sie an die Oberfläche kommen.
  5. In jeden Löffel einieg Salatstreifen legen, ein Wan Tan darauf setzen, mit Suppe übergießen und sofort servieren (Die Löffel vorher einige Minuten in heißes Wasser legen, dann hält die Suppe länger warm).

Tipp:

In Ermangelung solch schöner Porzellanlöffel habe ich die Suppe in kleinen Schüsseln serviert und die Salatblätter vorher in mundgerechte Stücke zerpflückt hineingelegt.
Die Wan Tans können auch gut vorbereitet werden, man kann sie vor dem Garen einfrieren.

Guten Appetit!

JuleJule ist Autorin dieses Artikels, sie arbeitet hauptsächlich als Designerin beim Hädecke-Verlag.

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