Nachgekocht
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Nachgekocht: Genusspäckchen

Genusspäckchen – das klingt nach Überraschung, Geburtstag und Geschenke auspacken. Meine erste Assoziation zu diesem schönen Wort waren die über und über mit Leckereien gefüllten Pakete, die meine Oma aus Nürnberg meinem Bruder und mir zum Geburtstag oder anderen feierlichen Anlässen schickte. Das Tolle war, dass nicht nur das Geburtstagskind beschenkt wurde. So habe nicht nur ich mich auf meinen Geburtstag gefreut, sondern auch mein Bruder und andersrum. Geteilte Freude ist eben immer die schönste Freude!
Geburtstag hat heute keiner, aber dafür wird trotzdem ein- und ausgepackt und eine große Portion Überraschung und Genuss ist auch dabei!

En papillote – im Päckchen – heißen die in Papierhülle sanft gedämpften Gerichte, die Sandra Mahut für dieses Buch komponiert hat. Der Hädecke-Verlag hat sie liebevoll Genusspäckchen getauft und ich finde, das beschreibt ganz wunderbar ihre wichtigsten Eigenschaften: Die Zutaten werden schonend in Backpapier oder Pergament gegart, dabei bleiben die Nährstoffe erhalten und wenn man das Päckchen auspackt, wird man mit einem überraschend intensiven Aroma belohnt.

Im Buch versammeln sich 31 Rezepte in 5 Kapiteln : Gewürzmischungen, Päckchen mit Fisch, Päckchen mit Fleisch, Päckchen mit Gemüse und es ist sogar etwas für den süßen Zahn dabei – Dessert-Päckchen.

Um in den Genuss der pikanten oder süßen Päckchen zu kommen, braucht man nicht viel: Pergament- oder Backpapier (z.B. von Saga, die mir freundlicherweise eine Rolle Kochpergament zur Verfügung gestellt haben), einen Küchenbindfaden und einen Backofen. Zeit braucht man auch nicht viel, je nach Art und Größe der Zutaten beträgt die Garzeit meist weniger als 20 Minuten.
Nachdem man auf der ersten Seite ein paar hilfreiche Tipps zum gelungenen Garen im Päckchen findet, folgen jeweils vier Gewürzmischungen für Fleisch, Fisch und Desserts, von denen man sich inspirieren lassen kann, und dann kann’s auch schon losgehen mit Cremigem Kabeljau mit Minze, Thailändischen Fischpäckchen, Kaninchen in englischer Senfsauce, Grünen Gemüsepäckchen, Rondini mit Ricotta-Kräuter-Füllung oder vielleicht doch Rum-Schoko-Bananen? Gar nicht so einfach, das hört sich alles mal wieder sehr verführerisch an!

Wie diese Bilder zeigen, hat der Liebste Forellenfilets mit Kressesauce beim ersten Blättern durch das Buch ausgesucht. Beim Fischverkäufer meines Vertrauens gab’s leider keine Forellenfilets mehr, deswegen mussten Wolfsbarschfilets als Ersatz herhalten. Als Beilage habe ich Zitronenkartoffeln serviert, die ca. 30 Minuten vorher in den Ofen kamen.
Wie versprochen ist die Zubereitung wenig aufwändig, nur die halbgetrockneten Tomaten sollte man zuvor vorbereitet haben.

„Köstlich!“ finden wir es. Aus der Brunnenkressesauce und den getrockneten Tomaten bildet sich ein aromatischer Sud, der das Wolfsbarschfilet zart und geschmacksintensiv gart. Toll!

Original-Rezept Forellenfilets mit Kressesauce

Für 4 Personen · Zubereitungszeit 15 Minuten · Garzeit 15-20 Minuten

Zutaten

4 Lachsforellenfilets
1 Bund Brunnenkresse
4 EL Sahne
1 TL Knoblauchpulver (ersatzweise 1 TL Knoblauch, frisch gehackt)
Salz und Pfeffer
Olivenöl
80 g halbgetrocknete Kirschtomaten*
2 Schalotten
4 Zweige Rosmarin
frischer Kerbel, Gartenkresse und Mandelblättchen, nach Geschmack

Backpapier

Zubereitung

  1. Den Backofen auf 180 ° C vorheizen.
  2. Brunnenkresse putzen, waschen und trocken tupfen. Die dicken Stiele entfernen. Brunnenkresse in leicht gesalzenem Wasser drei bis vier Minuten kochen, anschließend abtropfen lassen. Mit Sahne, Knoblauchpulver, Salz und Pfeffer mischen und pürieren.
  3. Für die Päckchen acht Rechtecke aus Backpapier zurechtschneiden und je zwei übereinanderlegen. Das jeweils obere Papier mit Öl bepinseln.
  4. Forellenfilets waschen und trocken tupfen. Schalotten schälen und in Ringe schneiden. Auf jedes Backpapier erst 1 EL Kressesauce geben und dann ein Filet darauflegen. Die halbgetrockneten Tomaten und Schalottenringe darüber verteilen, mit einem Faden Olivenöl beträufeln, salzen und pfeffern.
  5. Jeweils einen Rosmarinzweig darauflegen und die Päckchen fest verschließen. Je nach Größe der Filets ca. 15–20 Minuten im Ofen garen.
  6. Mit Kerbel und Kresse sowie Mandelblättchen garnieren.

* Halbgetrocknete Tomaten selbst herstellen: 500 g Kirschtomaten waschen, putzen, halbieren und auf einem Backblech verteilen. 1 Prise Zucker, 1 TL Fleur de Sel sowie 1 TL getrockneten Thymian mischen und über die Tomaten geben. Alles mit 4 EL Olivenöl beträufeln. Im 100 °C heißen Ofen ca. ein bis zwei Stunden trocknen lassen.

Als Nächstes war das Lammcurry an der Reihe. Die Garzeit von acht bis zehn Minuten musste ich verdoppeln, da die 2 cm großen Lammstücke innen noch sehr roh waren. Zusammen mit Basmatireis serviert, den ich mit einem Schuss Kokosmilch gekocht habe, war auch dieses schlichte Gericht ein kleiner Gaumenschmaus.

Rezept Lammcurry

Für 4 Personen · Zubereitungszeit 15 Minuten · Garzeit je nach Geschmack 15-20 Minuten

Zutaten

600 g Lammkeule oder Lammfilet
4 Stiele frischer Koriander
4 Stiele Minze
2 EL Currypaste oder Currypulver
250 ml ungesüßte Kokosmilch
4 EL Olivenöl
1 TL Knoblauchpulver (ersatzweise 1 TL Knoblauch, frisch gehackt)
1 TL Ingwerpulver
Salz und Pfeffer
3 TL Sesamsaat

Backpapier

Zubereitung

  1. Den Backofen auf 180 ° C vorheizen.
  2. Das Lammfleisch in 2 cm große Würfel oder in Streifen schneiden. Blättchen von den Kräutern zupfen und fein hacken. Mit Currypaste, Kokosmilch, 4 EL Olivenöl, Knoblauch- und Ingwerpulver in einer Schüssel mischen. Fleischwürfel zugeben und vermengen, bis das Fleisch vollständig von der Currymischung überzogen ist.
  3. Aus Backpapier vier Rechtecke à 30 × 20 cm zuschneiden. Lammfleisch mit Sauce darauf verteilen und mit Salz und Pfeffer würzen. Das Papier zigarrenförmig aufrollen und die Enden nach innen einschlagen. Die Päckchen auf einem Backblech acht bis zehn Minuten im Ofen garen.
  4. Sesam in einer Pfanne ohne Fett rösten und vor dem Servieren über das Curry streuen.
  5. Dazu passt thailändischer Duftreis. Oder das Lammcurry als Snack mit Holzstäbchen servieren.

Zu guter Letzt wollte ich auch eines der vegetarischen Gerichte ausprobieren und habe mich für Auberginen-Tomaten-Türmchen mit Scamorza entschieden. Herr Fleisch ist mein Gemüse hat natürlich nicht mal probiert. Auberginen und Tomaten … wie kann man nur … ? Aber dafür hat mir der kleine Bruder, der eigentlich auch kein Auberginen-Fan ist, Gesellschaft geleistet und alles aufgegessen. Ob das wohl am angenehm rauchigen Aroma des Scamorzas lag, das sich durch die Tomaten- und Auberginenetagen zog?

Rezept Auberginen-Tomaten-Türmchen mit Scamorza

Für 4 Personen · Zubereitungszeit 15 Minuten · Marinierzeit 15 Minuten · Garzeit 15-20 Minuten

Zutaten

1 Aubergine
Fleur de Sel (z. B. Sel de Guérande)
4 Stiele Basilikum
2 EL Olivenöl
mildes Chilipulver
Kreuzkümmel / Cumin
Pfeffer, frisch gemahlen
2 große dicke Tomaten, Strunk entfernt
1 geräucherter Scamorza*
(italienischer Käse)
Olivenöl zum Beträufeln
Backpapier

Zubereitung

  1. Den Backofen auf 210 ° C vorheizen.
  2. Aubergine in 5 mm dicke Scheiben schneiden, salzen und in einem Sieb Wasser ziehen lassen.
  3. Basilikumblätter fein hacken, einige Blättchen beiseitelegen. Mit 2 EL Olivenöl und je einer Prise Chilipulver, Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer in einem tiefen Teller mischen. Die Auberginenscheiben darin wenden und im Kühlschrank mindestens 15 Minuten marinieren lassen.
  4. Inzwischen Tomaten und Scamorza ebenfalls in 5 mm dicke Scheiben schneiden. Aus Backpapier vier Rechtecke à 20 × 15 cm ausschneiden.
  5. Auf jedes Papier abwechselnd Auberginen-, Tomaten- und Scamorzascheiben übereinanderlegen. Zwischen die einzelnen Schichten etwas Olivenöl träufeln. Den Vorgang wiederholen, bis die Zutaten verbraucht sind. Mit einer Auberginenscheibe abschließen. Das Papier über dem Gemüse zusammenkniffen. Die Päckchen auf ein Backblech oder in eine Auflaufform setzen und 15–20 Minuten im Ofen garen.
  6. Mit den beiseitegelegten Basilikumblättchen garnieren.

* Scamorza ist ein halbfester italienischer Frischkäse, der durch seine typische Birnenform auffällt. Wie Mozzarella gehört er zum Käsetyp Filata: Bei diesem speziellen Verfahren wird der Käse überbrüht, kühlt in Salzlake aus und bildet eine glatte dünne Haut. Es gibt ihn sowohl in natur als auch in geräucherten Varianten.

Eines der Dessert-Päckchen wartet noch auf einen Anlass nachgemacht zu werden, denn die sehen alle zum Anbeißen aus! Ich weiß auch schon welches: Früchte-Crumble-Päckchen. Oder doch lieber die Schoko-Rum-Bananen?

Die Genusspäckchen haben mich voll und ganz überzeugt. Nicht nur, weil ich Überraschungen liebe und das Auspacken der Päckchen immer mit ein bisschen Spannung verbunden ist, sondern auch weil es eine sehr einfache und darüber hinaus gesunde und fettarme Methode ist, das pure Aroma der Zutaten zu genießen.

Ariane

Ariane ist Autorin dieses Artikels, sie kocht und fotografiert in freier Mitarbeit für Mizzis Küchenblock neue Rezepte nach ihrer Wahl aus dem Hädecke-Programm.

 

 

 

Genusspäckchen - en papilloteRezepte entnommen aus
Sandra Mahut
Genusspäckchen
pikant & süß en papillote
ISBN 978-3-7750-0633-0
1. Auflage, gebunden, 72 Seiten, 63 Farbfotos
12,95 € (D), 18,00 Fr. (CH), 13,40 € (A)

 

 

4 Kommentare

  1. Tolle Rezepte und vor allem Bilder! Fabelhaft, bin eben durch Facebook zu euch gekommen.
    Liebe Grüße vom Gourmet-Blog.de
    Dirk

    • Danke Dirk! Ariane zaubert wirklich immer wieder klasse Fotos. Schön, dass wir uns auf diesem Weg gegenseitig entdeckt haben – umso mehr freuen wir uns über Deinen Kommentar :) Schöne Grüße, Jule

    • Ariane sagt

      Hallo Dirk,
      das ist ein schönes Kompliment zum Wochenende! Danke und Grüße zum Gourmet-Blog!
      Ariane

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