Nachgekocht
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Nachgekocht: Pizza originale

WE LOVE PIZZA, ziert in großen Lettern das derzeitige Blogevent bei der lieben Zorra im Kochtopf. Eingeladen hat uns dazu Luna von Luna’s Philosophy. Dem stimmen der Liebste und ich zu. Wir lieben Pizza und mindestens einmal im Monat wird der Pizzateig durch die Küche gewirbelt.

Blog-Event LXXXVI - We ♥ Pizza (Einsendeschluss 15. April 2013)

Das erste was der Liebste von mir in der Küche gelernt hat, war selbstgemachter Pizzateig. Damals haben wir die Pizze sogar in seiner kleinen Studentenbude mit seinem heißgeliebten mikrowellengroßen Elektrobackofen gebacken. Mittlerweile ist das Öfchen auf dem Sperrmüll gelandet und der Liebste macht den Pizzateig um Welten besser als ich. Schön dünn und knusprig, nie trocken. So muss er sein.

Passend zum Blogevent haben mir Jule und Sabine vom Verlag das Buch Pizza originale – Knusprige Kreationen aus Italien nach Berlin geschickt. Das quadratische Buch kommt mit schlanken 28 Rezepten daher, aber mehr braucht man auch gar nicht – bei ersten Durchblättern fällt uns die Entscheidung schon so schwer genug. Die Kreationen der Autorin Alessandra Avallone hören sich alle verflucht lecker an: Pissaladière – italienischer Zwiebelkuchen, Pizza alla Carola – Endivienpizza mit Pecorino, Dunkle Focaccia mit Fischsalat, Panzerotti – gefüllte Teigtaschen mit Ricotta und Kräutern … Nach zwei Minuten durchblättern, kleben im Buch lauter Post-its. Wir könnten uns also in den nächsten zwei Wochen nur von Pizza ernähren.

Für den gestrigen Abend haben wir uns erstmal auf drei verschiedene Pizze geeinigt, das musste reichen. Die da wären:

Weiße Pizza mit Chicorée, Gorgonzola, Walnusscreme und Dill
Pizza mit pochiertem Ei und
Süße Pizza mit Vanilleeis und Erdbeeren

Das erste Kapitel wird der Zubereitung des Pizzateigs gewidmet (hier findet ihr das Grundrezept für weißen Pizzateig). Anders als wir ihn kennen, wird er hier mit einem Esslöffel Olivenöl und ohne Hartweizengrieß zubereitet. Außerdem rät die Autorin dazu, die Pizza auf einem Pizzastein zu backen. Leider haben wir keinen, ich spiele aber gerade ernsthaft mit dem Gedanken mir einen anzuschaffen. Und ein anderer Backofen wäre auch nicht schlecht, aber das ist ein anderes Thema. Für unsere auserwählten Pizze setzte ich weißen- und Vollkorn-Pizzateig an. Wir planen ein, am nächsten Abend noch mal davon zu essen, deswegen diese großen Mengen.

Grundrezept Vollkornpizzateig

Menge für ca. 900 g Teig:

Zutaten

500 g Vollkornmehl (Weizen oder Dinkel), Type 1050 + Mehl für die Arbeitsfläche
1 TL Salz
350 ml lauwarmes Wasser
8 g Trockenbackhefe oder 20 g frische Hefe
1 TL Honig
2–3 EL natives Olivenöl

Zubereitung

  1. In einer Schüssel Mehl und Salz mischen, in der Mitte eine Mulde formen. Hefe im lauwarmen Wasser mit dem Honig auflösen und zugedeckt 10 Minuten ruhen lassen. Flüssigkeit in die Mulde gießen, nach und nach mit einem Kochlöffel das Mehl einarbeiten. Teig auf die bemehlte Arbeitsfl äche geben und durchkneten, bis er gleichmäßig und glatt ist. Dabei 2 EL Öl mit einarbeiten.
  2. Teig zu einer Art Brot formen und 30 Minuten zugedeckt gehen lassen. Kurz kräftig durchkneten und erneut gehen lassen, bis sein Volumen sich verdoppelt hat. Grundteig je nach benötigten Pizzas oder Focaccias aufteilen, die Stücke noch 10 Minuten gehen lassen, dann ausrollen und nach Belieben belegen. Entsprechend der Anweisung im Rezept backen.

Wir beginnen mit weißer Pizza mit Chicorée, Gorgonzola, Walnusscreme und Dill. So wir es verstanden haben, soll eine Pizza aus 450 g Teig gemacht werden und für 6 Personen reichen. Hmm … diese 6 Personen haben dann aber einen kleinen Appetit. Wobei – wenn man nach den Kalorien geht, sollte man wirklich nur ein Stück davon essen ;-) Sahne, Gorgonzola und Parmesan – das ergibt eine Bombe von einer Pizza. Wir essen sie trotzdem alleine, allerdings nehmen wir weniger Teig und heben uns diesen für den nächsten Tag auf. Eine Geschmacksbombe ist diese Pizza auch und durch den frischen Salat oben drauf, liegt sie auch nicht so schwer im Magen.

Weiße Pizza mit Chicorée, Gorgonzola, Walnusscreme und Dill

Für 4–6 Personen · Zubereitung: 10 Minuten · Ruhezeit: 15 Minuten + 10 Minuten Wartezeit · Garzeit: 40 Minuten

Zutaten

450 g weißer oder Vollkorn-Pizzateig
200 g Gorgonzola (alternativ Roquefort oder ein anderer Blauschimmelkäse)
15 Walnüsse/Baumnüsse, geschält
150 ml Sahne/Rahm
4 EL Parmesankäse, gerieben
2 Chicorée
3 Stängel Dill
1–2 Hand voll beliebige Sprossen, z. B. Kresse, Brunnenkresse, Rucola, Sonnenblumen etc.
natives Olivenöl
Salz
Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung

  1. Den Ofen mit dem Pizzastein bei 220 °C vorheizen.
  2. Den Teig auf einem bemehltem Backpapier auseinander ziehen, bis er etwas kleiner als der Pizzastein ist. 15 Minuten darauf ruhen lassen.
  3. Gorgonzola in kleine Würfel schneiden, die Hälfte der Walnüsse fein hacken. Die Sahne mit dem Parmesankäse und den gehackten Walnüssen vermischen. Bei Bedarf noch 1 oder 2 EL Sahne hinzufügen.
  4. Den Teig auf den heißen Pizzastein geben. Rasch die Gor-gonzola-Würfelchen mit den Fingern in den Teig drücken. Die Pizza 20 Minuten in den Ofen geben.
  5. Die Pizza herausnehmen und auf der ganzen Oberfläche die Walnuss-Creme verstreichen. 15–20 Minuten fertig backen, darauf achten, dass sie nicht zu viel Farbe annimmt (gegebenenfalls mit Backpapier bedecken).
  6. In der Zwischenzeit die beiden Chicorée waschen, angewelkte Blätter entfernen. Chicoréekolben in Streifen schneiden und mit den restlichen, grob gehackten Walnüssen, abgezupften Dillblättern, den Sprossen und etwas Öl vermischen. Erst kurz vor dem Servieren salzen.
  7. Die Pizza aus dem Ofen nehmen, 10 Minuten ruhen lassen, mit dem Salat garnieren, nach Geschmack mit frisch gemahlenem Pfeffer würzen und servieren.

Obwohl wir eigentlich genug Kalorien zu uns genommen haben, folgt jetzt die Pizza vom Buchcover mit pochiertem Ei. Und das ist sogar eine Premiere – denn ich pochiere dazu zum ersten Mal in meinem Leben ein Ei. Und das ist auch ganz einfach, dank dem Internet und diesem Video.

Unser Püriertstab hat nach drei Jahren leider (schon wieder) den Geist aufgegeben, der davor hatte auch nur drei Jahre Lebensdauer. Und dabei waren das beides deutsche Markenprodukte. Man lese diesen Zeit-Artikel, dann weiß man warum viele dieser Produkte kurz nach der Garantielaufzeit kaputt gehen. Jedenfalls wird deswegen nix aus dem leckeren Petersilienöl, welches über die fertig gebackene Pizza geträufelt werden soll. Schade! Dafür hacke ich ein bisschen Basilikum und mische es mit Öl und Salz – das schmeckt zwar nicht ganz so intensiv, tut aber trotzdem seinen Dienst. Nachdem das Eier pochieren geglückt ist und eine schön saftige Pizza (dieser Scamorza … hmmmm!) mit knusprigem Teig vor mir steht, ist der Ärger über den Püriertstab auch ganz schnell verflogen.

Pizza mit pochiertem Ei

Für 2 Personen · Zubereitung: 10 Minuten · Ruhezeit: 15 Minuten · Garzeit Petersilie und Eier: 8 Minuten · Garzeit Pizza: 13 Minuten

Zutaten

200 g weißer Pizzateig,siehe Grundrezepte
1 Bund glattblättrige Petersilie
natives Olivenöl
Salz
2 EL fein gehackte Tomaten aus der Dose
10 dünne Scheiben geräucherter Scamorza**
1 rote Schalotte
2 ganz frische Eier
1 EL Essig
10 Kirschtomaten
12 kleine schwarze Oliven
einige Basilikumblätter

** Scamorza ist – wie Mozzarella auch – ein italienischer Filatakäse, der meist geräuchert angeboten wird und eine typische Birnenform besitzt. Als Ersatz kann auch geräucherter Mozzarella verwendet werden. Ein normal großer Scamorza ergibt ca. 10 dünne Scheiben.

Zubereitung

  1. Den Backofen mit 2 kleinen Pizzasteinen oder -formen (ca. 25 cm Durchmesser – oder alternativ eine Pizza mit einem Durchmesser von ca. 35 cm) auf 250 °C vorheizen.
  2. Pizzateig halbieren, 2 Kugeln daraus formen und 15 Minuten ruhen lassen. Anschließend die Kugeln auf der bemehlten Arbeitsfläche auseinander ziehen.
  3. Petersilienblätter in kochendem Wasser 2 Minuten blanchieren, durch ein Sieb abgießen und sofort in Eiswasser eintau-chen, dann im Sieb abtropfen lassen. Petersilie in ein hohes Gefäß geben, 2 EL Wasser, 3 EL Öl und eine kleine Prise Salz dazugeben und mit dem Pürierstab glattrühren.
  4. Teigplatten auf die heißen Pizzasteine legen, mit Tomaten aus der Dose bestreichen. Käsescheiben fächerartig darauf legen, Schalotte in feine Ringe schneiden und darüber verteilen. 10 Minuten im Ofen backen.
  5. In einem Topf Wasser mit 1 EL Essig zum Kochen bringen. Eier darin nacheinander (je ca. 3 Minuten) vorsichtig pochieren, herausnehmen und in kaltes Wasser tauchen, damit sie nicht weitergaren.
  6. Kirschtomaten in Spalten schneiden, salzen, etwas Öl darüber träufeln. Mit den Oliven auf beiden Pizzas verteilen und diese nochmals für 2 Minuten in den Ofen geben.
  7. Je 1 Ei darauf setzen, einige Basilikumblätter darauf verteilen und noch knapp 1 Minute fertig backen.
  8. Mit Petersilienöl grüne Spritzer auf die beiden Pizzas geben und servieren.

Zum Schluss wird’s noch mal süß – uns erwartet eine süße Vollkornpizza mit Erdbeeren und Vanilleeis. Das Rezept erinnert mich ein bisschen an den Petzkuchen meiner Oma, so wie hier beim Twittagessen auf der Frankfurter Buchmesse, nur ein bisschen knuspriger. Unsere Lieblingspizza war bisher immer Pizza mit Rocula und Serrano, es könnte aber sein, dass die Rezepte dieses Buchs ihr bald den Rang ablaufen. Zwischen diesen Buchdeckeln stecken nämlich noch jede Menge Rezepte, die auf uns warten. Ganz oben auf der Liste stehen: Pizza mit gefüllten Zucchini-Blüten und Pizzazungen mit Radicchio und Brie.

Süße Pizza

Für 6–8 Personen · Zubereitung: 5 Minuten · Ruhezeit: 15 Minuten · Garzeit: 30–40 Minuten

Zutaten

400 g Vollkorn-Pizzateig aus Dinkelvollkornmehl, Grundrezept siehe unten
650 g Butter
2 EL heller Rohrohrzucker
2 EL dunkler Rohrohrzucker

Zum Servieren:

500 g frische Erdbeeren, geputzt
500 g Vanilleeis

Zubereitung

  1. Den Backofen mit dem Pizzastein auf 220 °C vorheizen.
  2. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche auseinander ziehen und 15 Minuten ruhen lassen. Die Pizza auf den bemehlten, heißen Pizzastein legen. Mit den Fingerspitzen ca. 1 cm vom Rand entfernt Grübchen in den Teig drücken, damit die Butter beim Backen sich darin sammeln kann.
  3. Butterflöckchen auf der Teigoberfläche verteilen und mit hellem und dunklem Rohrohrzucker bestreuen.
  4. Die Pizza im vorgeheizten Ofen 30–40 Minuten backen. Den Teig von der Seite her leicht anheben um zu kontrollieren, ob sie gar ist: Der Boden muss trocken und goldbraun gebacken sein. Gegebenenfalls die Pizza noch ein paar Minuten weiterbacken.
  5. Die Pizza vor dem Portionieren 15 Minuten abkühlen lassen. Erdbeeren je nach Größe halbieren oder vierteln und mit dem Eis zu den süßen Pizzastücken servieren.

Rezeptvarianten: Die Pizza kann auch kalt serviert werden, Zimtäpfel, Kardamombirnen oder Heidelbeermarmelade passen sehr gut dazu. Personen mit Laktoseunverträglichkeit können die Butter durch 30 ml natives Olivenöl ersetzen und ersetzen das Sah-neeis durch ein Fruchteis auf Wasserbasis.

Buon Appetito!

 

Pizza originaleRezepte entnommen aus
Alessandra Avallone
Pizza Originale
Knusprige Kreationen aus Italien
ISBN 978-3-7750-0598-2
1. Auflage, gebunden, 64 Seiten, 40 Farbfotos
12,95 € (D), 18,00 Fr. (CH), 13,40 € (A)

 

 

Ariane

Ariane ist Autorin dieses Artikels, sie kocht und fotografiert in freier Mitarbeit für Mizzis Küchenblock neue Rezepte nach ihrer Wahl aus dem Hädecke-Programm.

 

 

 

 

6 Kommentare

  1. Uijujuj – ich bin schon ganz wuschig und sehe überall nur noch Pizzen. o_O Da habt ihr euch aber einen tollen Abend gemacht. Da will man glatt mal Gast sein. Das Gesprächsthema stände auch schon fest: Produkte mit Verfallsdatum. Das mit den Plastikrädchen und Toner-Kartuschen liest sich wirklich spannend.

    Liebe Grüße von der Luna

  2. Die Rezepte und die Bilder sind ja der Wahnsinn und machen sofort Lust auf ein Stückchen… oder auch ein großes Stück :) Vor allem die Variante mit dem pochierten Ei hat es mir angetan…
    Viele Grüße
    Julia

  3. Ich nehm bitte die mit dem pochierten Ei und zum Abschluss noch ein Stück von der süssen! Bin nämlich nicht so der Gorgonzola-Fan.

    • Ariane sagt

      Das pochierte Ei war auch unsere Nummer 1. Wobei natürlich auch das Erfolgserlebnis ein kleines bisschen mit schuld dran war ;)

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