Nachgekocht
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Nachgekocht: Feuerbohnen & Kichererbsen

In diesen kalten Tagen braucht man unbedingt etwas, das Bauch und Seele wärmt. Und was hilft da besser als ein sättigendes Bohnengericht. Da kommt mir die Hülsenfrüchtelektion in Form des Buches „Feuerbohnen & Kichererbsen“ von Monica Cacciatore gerade recht. 

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Im Gegensatz zu den Ursprungsländern (Asien, Afrika, Nord- und Südamerika) fristen sie in unseren Küchen weitgehend ein Schattendasein.

„Das Image von Bohnen, Erbsen, Linsen und Co. ist gehörig ramponiert. Bei vielen Köchinnen und Köchen sind sie verpönt als Arme-Leute-Essen, schwer verdaulich und gefährliche Dickmacher. Alles nur Märchen. Tatsache ist, dass alle Hülsenfrüchte reich an lebensnotwendigen Nährstoffen und mit Ausnahme der Sojabohne arm an Fett sind. Sie sind aromatisch und geschmacklich eine große Bereicherung, erleben in der gehobenen Küche derzeit eine Renaissance und haben viel mehr zu bieten als nur deftige Hausmannskost.“

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Nach einer mein Wissen bereichernden Warenkunde zu den verschiedenen Sorten, Lagerung und Zubereitung, springen mich im internationalen Rezeptteil zwei Gerichte besonders an. Eine französisch-katalanische Vorspeise mit Kichererbsen und ein nordafrikanischer Lammeintopf mit weißen Bohnen.

Von Vorspeisen & Snacks, Salaten, Beilagen, Suppen, Eintöpfen über vegetarische und fleisch- oder fischhaltige Hauptgerichte, Pürees, Cremes, Dips und sogar Desserts gibt’s hier Rezepte aus Ägypten, Korea, Indien, USA und Südamerika, Skandinavien, der Karibik und Europa. 

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Die Zubereitung ist meist einfach, man darf allerdings nicht vergessen, dass Hülsenfrüchte vor dem Kochen mindestens 12 Stunden eingeweicht werden müssen. Beim Einkauf fällt mir auf, dass getrocknete Hülsenfrüchte eigentlich nur noch im Feinkostregal zu entsprechenden Preisen zu haben sind, wie ärgerlich, waren sie doch eigentlich ein preiswertes Grundnahrungsmittel. Oft ist Dosenware deutlich billiger zu haben.

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Sonntagmittag. Auf dem Herd blubbert sanft bereits seit 45 Minuten der maghrebinische Lammeintopf. Die weißen Bohnen hatte ich über Nacht eingeweicht. Der Duft des Fleischs mit Nelken durchströmt meine Küche und versöhnt mit der winterlichen Kälte draußen, während unter der schon wärmer werdenden Sonne der Schnee glitzernd von den Zweigen taut. Schleicht sich da etwa so ein unbestimmtes Fernweh ein … ?

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Derweil nehme ich für die katalanische Vorspeise dann auch Kichererbsen aus Dosen und habe ohne Einweichen in 30 Minuten einige Tapastöpfchen gezaubert, den hungrigen Topfguckern den Zahn tropfen lässt. Der Topfgucker und ich testen die Chorizo und es katapultiert mich augenblicklich in die Pyrenäen. Dazu gibt’s geröstetes Knoblauchbrot und schonmal den ersten Schluck Rotwein. Mehr braucht es nicht zum Glück.

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Kichererbsen, Katalanische Art

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Pois chiches à la catalane

aus Frankreich · ergibt 4–6 Portionen

Zutaten

250 g Kichererbsen, über Nacht eingeweicht oder 2 Dosen Kichererbsen, Abtropfgewicht je ca. 250 g
2 EL Olivenöl
1–2 Knoblauchzehen, gehackt
Salz
2 EL Tomatenmark
100 g durchwachsener Speck, gewürfelt
12 Scheiben gut gewürzte Knoblauchwurst (Chorizo*)
Pfeffer, frisch gemahlen nach Geschmack

Zubereitung

  1. Die eingeweichten Kichererbsen durch ein Sieb abgießen und abtropfen lassen. Mit frischem Wasser aufsetzen und bei halb auf-gelegtem Deckel ca. 45–60 Minuten kochen. Öfter abschäumen. Kichererbsen aus der Dose in einem Sieb mit kaltem Wasser überbrausen und gut abtropfen lassen.
  2. Olivenöl erhitzen, Knoblauch darin anschwitzen, Kichererbsen unter Rühren zugeben. Tomatenmark, Speckwürfel und Wurstscheiben mit den Kichererbsen vermischen und das Gericht weitere 30 Minuten sanft kochen, bis die Sauce eindickt. Dazu passt leicht geröstetes Brot, mit etwas Knoblauch eingerieben.

Hinweise & Infos
Die rot- bis dunkelrote Chorizo ist eine luftgetrocknete, halbfeste Wurst aus Spanien, meist aus Schweinefleisch hergestellt, die sehr scharf sein kann. Ähnliche Würste gibt es in Italien (Salsicce) und in Portugal (Lingüiça).
Dieses französische Rezept wird auf der anderen Seite der Grenze, in Spanien, mit großen weißen Dicken Bohnen zubereitet. Dann das Tomatenmark weglassen, etwa 100 ml Flüssigkeit durch Weißwein ersetzen. Kurz vor Ende der Garzeit gehackte Minze unterziehen. Das Gericht heißt dann »Habas a la catalana«.

Lammeintopf mit weißen Bohnen

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Fasoulia

aus Lybien/Maghreb · ergibt ca. 4 Portionen

Zutaten

600 g Lammfleisch, aus der Keule oder aus der Schulter
1 Gemüsezwiebel, gehackt
3–4 EL Olivenöl
2 mittelgroße reife Fleischtomaten, gehäutet, entkernt, in Achtel geschnitten
5 Knoblauchzehen, abgezogen, zerdrückt
1–2 EL Tomatenpüree, nach Geschmack
1 TL gemahlenes Kurkuma (Gelbwurz)
½ TL Chilipulver (Cayenne)
2–3 Gewürznelken
500 g kleine Weiße Trockenbohnen, über Nacht eingeweicht, abgetropft
Meersalz und Pfeffer, frisch gemahlen
1 Bund glatte Petersilie, Blättchen gehackt
  1. Das Lammfleisch in mundgerechte Würfel schneiden. In einem Schmortopf zusammen mit den Zwiebeln im erhitzten Öl anbraten.
  2. Tomatenachtel und Knoblauch zugeben, Tomatenpüree und die Gewürze einrühren und die Bohnen darauf geben. Etwa ¼ l Wasser angießen, einen Deckel auflegen und das Gericht bei mittlerer Hitzezufuhr ca. 45 Minuten garen. Evtl. noch etwas Flüssigkeit zugießen.
  3. Den Topfinhalt vermischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Petersilie bestreut servieren. Dazu schmeckt Couscous, nur mit Salz gewürzt, oder Reis.

 

ArianeAriane ist Autorin dieses Artikels, sie kocht und fotografiert in freier Mitarbeit für Mizzis Küchenblock neue Rezepte nach ihrer Wahl aus dem Hädecke-Programm.

 

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