Nachgekocht: Die japanische Küche

Nachgekocht: Die japanische Küche

Ich fühle mich wie eine Zeitreisende. Eben war ich doch noch in Japan unterwegs! Wie kann es sein, dass ich jetzt schon seit über einer Woche wieder zurück in Berlin bin? Die letzten Tage vergingen jedenfalls wie im Zeitraffer, so als ob ich in eine Zeitmaschine gestiegen wäre. Zum Glück erleichtert mir das Kochbuch „Die Japanische Küche“ das Heimkehren und versüßt mir noch dazu mein Wochenende mit einem Rezept für japanischen Obstsalat.

Einen Monat war ich allein in Japan und Südkorea unterwegs, habe mich einmal quer durch die beiden Küchen gefuttert und viele spannende Geschichten und noch viel mehr (kulinarische) Inspiration mit nach Hause genommen. Da fällt das Heimkehren nicht so einfach wie gedacht. Vor allem, wenn mich der Alltag schneller einholt als mir lieb ist.

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Aber auch dafür gibt es ein Rezept! Nicht nur eins, nein, es gibt sogar ein ganzes Buch voll davon. Die Japanische Küche heißt es, und wurde von Kimiko Barber geschrieben.

Genau – meine Reiseerinnerungen bleiben länger lebendig, in dem ich meine neuen kulinarischen Fundstücke in meiner Küche nachkoche und mir dazu liebe Menschen einlade, denen ich von meinen Reiseerlebnissen erzähle.

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Das Buch hilft mir mit seinen 200 Rezepten vor allem die Namen der Gerichte wieder zu finden, die ich in Japan probiert, aber vergessen habe aufzuschreiben oder wegen fehlender Japanisch-Kenntnisse auf den Speisekarten nicht identifizieren konnte. Es dient mir also quasi als Lexikon, daneben hat es aber auch noch eine sehr ausführliche Warenkunde der 100 wichtigsten Zutaten:

Von Reis- und Bohnenprodukten wie Mochi (Reiskuchen), Kome ko (Reisprodukte), oder japanischen Nudeln wie Udon, Samen oder Ramen, japanischen Gemüsesorten wie Renken (Lotuswurzel), Satsuma imo (Süßkartoffel), Daikon (Rettich), den verschiedenen Tofu-Sorten wie Age tofu (frittierter Tofu), Yuba (Tofuhaut), Kori tofu (gefriergetrockneter Tofu) über Seetang, einem detaillierten Kapitel über Fische und Schalentiere, Fischrogen (Fischprodukten und Fischpasten) Fleisch und Geflügel bis hin zu Gerichten und Produkten aus der japanischen Vorratskammer wie Tsukemono (Pickles), Früchte und Nüsse, Kräuter und Gewürze, Saucen und Würzmittel, Getränke und Süßspeisen … dieses Standardwerk der japanischen Küche lässt wirklich keine meiner Fragen offen.

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Auch die Geschichte der japanischen Esskultur, ihre Philosophie und Bräuche wird beleuchtet. Somit ist das Buch quasi eine historische Reise durch das Heimatland der Autorin und Kochbuch in einem!

Besonders spannend finde ich, dass sich in ihrem Buch einfache Klassiker mit traditionellen aufwändigeren Rezepten und unkomplizierten Gerichten der neuen modernen Küche Japans vermischen. Je nach Zeit und Lust hat man da eine große Auswahl von der klassischen Miso-Suppe, Onigiri (Reiskuchen), modernem Sashimi von der Meerbrasse, Yakitori (Puten-Lauch-Spieße) bis hin zu Süßkartoffeln mit Vanille und Orangen.

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Nicht nur das schöne Buch, dass übrigens mit der Silbermedaille der Gastronomischen Akademie Deutschlands ausgezeichnet wurde, macht mir das Heimkehren leichter, sondern auch der freundliche Frühlingsbeginn, mit dem mich Berlin empfangen hat.

Frühlingszeit ist Beerenzeit, und deswegen habe ich mir heute einen japanischen Obstsalat gemacht.

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Furutsu shiratama heißt diese japanische Adaption des westlichen Obstsalats und das I-Tüpfelchen sind kleine lauwarmen Reiskugeln, die ich in Kyoto auch schon zu Matcha Eiscreme gegessen habe.

Die aromatische Süße der Früchte mit der milden Säure des Sirups und der warmen weichen Konsistenz der Reisbällchen harmoniert nicht nur wunderbar, sondern schmeckt nach einem Hauch Frühling, Heimkehren und Fernweh zugleich!

Furutsu shiramata – Obstsalat mit Reiskugeln

Die Autorin schreibt: „Japan kennt eigentlich die Tradition nicht, eine Mahlzeit mit einer Süßspeise abzuschließen. Dafür wrden als Nachtisch Saisonfrüchte gereicht. Hier ein Beispiel, wie die Japaner ein westliches Gericht, in diesem Falle einen Obstsalat, adaptieren.“

Zutaten für 4 Personen

200 g gemischter Obstsalat nach Wahle
Sirup:
50 g braunen Zucker
90 ml kochenes Wasser
1 Zitrone, Saft
2 EL Honig
Reiskugeln:
110 g shiratama-ko (Reismehl aus gemahlenenm mochi gome, Klebreis)
3–4 EL Wasser

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Zubereitung

  1. Für den Sirup den braunen Zucker im heißen Wasser auflösen, Zitronensaft und Honig unterrühren, abkühlen lassen. Den Sirup über den Obstsalat gießen, mischen.
  2. Shiratama-ko in eine Schüssel geben, das Wasser nach und nach unterrühren, so dass ein glatter Teig entsteht. Aus dem Teig Kugeln in der Größe einer Daumenspitze formen. Kugeln zwischen Daumen und Zeigefinger vorsichtig drücken, so dass eine Vertiefung entsteht. So kann sichergestellt werden, dass die Kugel gleichmäßig gar wird.
  3. Einen Topf voll Wasser aufkochen, Kugeln portionsweise zugeben., warten, bis sie an die Oberfläche steigen. Mit einem Schaumlöffel heruasnehmen, zum Abkühlen in eine Schüssel mit klatem Wasser geben. Reiskugelen unetr den Obstsalat mischen, sofort servieren.

Rezept aus

9783775004770

Kimiko Barber
Die japanische Küche
ISBN 978-3-7750-0477-0
Hardcover, 4. Auflage, 240 Seiten, 306 Farbfotos (Rezepte, Produkte, Landschaften, Arbeit und Leben in Japan)
29,90 € (D), 30,80 € (A)

 

 

 

ArianeAriane ist Autorin dieses Artikels, sie kocht und fotografiert in freier Mitarbeit für Mizzis Küchenblock neue Rezepte nach ihrer Wahl aus dem Hädecke-Programm.

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