Nachgekocht: Soulfood nicht nur für Präsidenten

Obama oder Romney, ganz Amerika fiebert heute dem Wahlergebnis entgegen. Am Wochenende habe ich mich darauf schon mal mit einem amerikanischen Klassiker aus unserem Buch „Diner“ eingestimmt: Pancakes mit Ahornsirup. Echtes soulfood, das man mit Beeren, Mus oder eben klassisch mit Ahornsirup – und zugegeben ein klein wenig Schlagsahne – nicht nur am Wahltag genießen kann.

Pancakes aus „Diner“ © Julia Graff / Hädecke Verlag

Für mich entscheidend bei solch einfachen Gerichten sind die gute Qualität der Zutaten, möglichst gerne alles Bio und recht frisch. Das gelingt einem zwar nicht immer, aber zumindest bei den tierischen Produkten und dem Ahornsirup sollte man auf Bio- und/oder regionale Qualität achten. Es schmeckt einfach besser!

Pancakes ersetzen ein komplettes Frühstück; der Teig ist zwar locker und fluffig, aber man sollte nicht unterschätzen, wie schnell diese kleinen Pfannkuchen satt machen. Vor allem abhängig von den Beilagen ;) Wer die unten beschriebene Menge für 4 Personen rechnet sollte allerdings noch etwas mehr auf dem Frühstückstisch bereit gestellt haben.

Der Teig ist schnell zubereitet: Bei meinem „Pancake-Ritual“ werden die trockenen Zutaten vermischt, die Eier zusammen mit Zucker, Salz und dem Vanillezucker (noch intensiver schmeckt es mit Vanillemark) kurz aufgeschlagen, zu der Mehlmasse hinzugefügt, danach wird die Buttermilch untergehoben und kurz verrührt. In der Zeit kann man die Butter in der Pfanne zerlassen und diese dann sachte unterheben. Man sollte den Teig am besten mit dem Schneebesen rühren, damit dieser seine Luftigkeit nicht verliert. Keinesfalls zu lange und intensiv rühren.

Pancakes aus „Diner“ © Julia Graff / Hädecke Verlag

Die eigentliche Arbeit folgt dann mit dem Ausbacken der einzelnen Pfannkuchen. Zum Einfetten kann man entweder das im Rezept beschriebene Öl (z.B. Erdnussöl, das lässt sich gut erhitzen) nehmen, ich bevorzuge allerdings Butterschmalz. Die Pfanne sollte schön heiß sein, auf dem Cerankochfeld ist das ca. Stufe 7. Ich nehme als Maß immer einen guten Schöpflöffel mit Teig, sodass in etwa eine runde Teigfläche von ca. 12 cm Durchmesser in der Mitte der beschichteten Pfanne Platz findet.

Jetzt kommt der spannende Moment: wann drehe ich den Pancake um? Möglichst wenig Teigspritzer auf dem Herd und ein gut gebräuntes Ergebnis erzielt man, wenn man auf die Blasenbildung und den Rand des Pancake achtet. Bilden sich die ersten Blasen an der Oberfläche und brutzelt das Fett schön am braunen Rand ist der richtige Zeitpunkt zum schnellen (!) Wenden gekommen. Leichter fällt es mit einem breiten Pfannkuchenwender. Wer schon ein wenig Übung hat, wird außerdem am Geruch den richtigen Zeitpunkt erkennen. Den fertigen Pfannkuchen dann im leicht vorgeheizten Backofen unter Alufolie warm halten und so mit jedem Pfannkuchen verfahren, bis der Teig aufgebraucht ist.

Dass die Pancakes fertig sind, muss man den hungrigen Frühstücksmäulern eigentlich gar nicht verkünden, denn spätestens beim Geruch des ersten fertigen Pancakes stehen schon alle gierig um den Herd herum. Gut, dass der Tisch noch nicht gedeckt ist, dann haben alle was zu tun, bis die Pancakes fertig sind. Das kann, je nach Schnelligkeit und Geschick schon mal eine halbe bis dreiviertel Stunde dauern. Lieber etwas Geduld mitbringen und die Herdplatte nicht zu heiß stellen, sonst werden die Leckereien schnell schwarz.

Meine liebsten Beilagen sind salzige Butter, etwas Schlagsahne und Ahornsirup, oder z.B. Apfelmangomark … aber da findet jeder seinen persönlichen Favorit. Die beschriebene Variante im Originalrezept mit Blaubeeren ist auch ein echter Klassiker, den man mit anderen Beeren je nach Saison oder auch eingemachten Obst variieren kann. Eine salzige Variante mit Bacon und Tomaten ist z.B. ebenfalls denkbar – da würde ich allerdings beim Teig etwas weniger Zucker nehmen. Da verhält es sich wie bei Brezeln mit Honig…

Tipp:
Normalerweise misst eine Packung Buttermilch 500 ml, damit man hinterher nichts über hat, die gesamte Buttermilch in den Teig geben und die gewünschte, fluffige Konsistenz mit etwas zusätzlichem Mehl herstellen (ca. 30–50 g mehr).

Original-Rezept Blaubeer-Pfannkuchen

Für 4 Portionen · Zubereitungszeit 5 Minuten · Backzeit ges. ca. 45 Minuten

Zutaten

175 g Mehl
3 EL feinster Zucker
1 1/2 TL Backpulver
1/2 TL Salz
3 EL zerlassene Buller
350 ml Buttermilch
2 Eier, verquirlt
1 TL Vanille-Extrakt (z.8. aus dem Bioladen oder Reformhaus: alternativ: echter Vanillezucker)
2 TL Öl

100 g frische Blaubeeren

Zum Servieren: Butter und Ahornsirup

Zubereitung

  1. Backofen auf 120 ° C vorheizen.
  2. Die trockenen Zutaten in eine Schüssel mittlerer Größe geben.
  3. Alle flüssigen Zutaten bis auf das Öl in die Mitte gießen und vorsichtig mischen. Nur so lange rühren, bis alles vermengt ist.
  4. Eine Pfanne – aus Gusseisen oder beschichtet – erhitzen, bis sie heiß ist. Mit einem Pinsel einen Teelöffel Öl darin verstreichen und 75 ml Teig in die Pfanne gießen.
  5. Wenn sich an der Oberfläche Blasen bilden, einige Blaubeeren über den Pfannkuchen streuen. Den Pfannkuchen wenden und von der anderen Seite bräunen lassen.
  6. Im Backofen warm halten, während die restlichen Pfannkuchen gebacken werden. Den zweiten Teelöffel Öl in der Pfanne verteilen, sobald es nötig wird. Mit Butter und Ahornsirup servieren.

Enjoy it!

 

JuleJule ist Autorin dieses Artikels, sie arbeitet hauptsächlich als Designerin beim Hädecke-Verlag.

 

 

 

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Jennifer Joyce
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